(Bilder von links: Perde Pera, Heiße Quelle von Fordongianus , Posada-Mündung, Porto Corallo)

Sardinien 2002

In diesem Jahr entschlossen wir uns, mit dem Womo nach Sardinien zu fahren. Wir hatten von Freunden und Verwandten gehört, daß die Insel für Womo-Touristen wunderschön sein soll.

Am Freitag, 07.Juni ging es nachmittags los. Wir fuhren zuerst bis Freiburg, wo wir übernachteten. Am nächsten Tag ging es durch die Schweiz weiter, durch den St.-Gotthard-Tunnel nach Italien.Da wir unsere Fähre Linea dei Golfi erst für Dienstag, 11.Juni ab Piombino gebucht hatten, hatten wir genügend Zeit. Wir fuhren also nach
Piombino, um uns die Ablegestelle einmal anzusehen.

Stellplatz Marina di Grosseto  
inmitten eines Pinienwaldes 
(Unsere Töchter beim knacken  
von Pinienkernen)Danach fuhren wir noch ca. 60 km südlich nach
Marina di Grossetto. Dieser Stellplatz wurde uns empfohlen wegen der herrlichen Lage und Ruhe. Hier steht man inmitten eines Pinienwaldes, nur ca. 3 Gehminuten vom Strand entfernt. Durch die vielen Hecken und Büsche im Pinienwald sitzt man vor seinem Womo herrlich für sich.
Wir entschlossen uns bis zum Ablegen der Fähre hier auszuspannen. Auch unsere beiden Töchter waren begeistert, konnten sie hier doch herumlaufen, ohne auf Autos achten zu müssen. Man kann sich hier am Strand auch in die Dünen legen. Außerdem besteht die Möglichkeit sich zu duschen. Für
60 Cent kann man eine Duschmünze kaufen und dafür ca.4-5 Minuten warm duschen. Im Ort Marina di Grossetto befindet sich eine kostenpflichtige Ver- und Entsorgungsstation. Einen weiteren Stellplatz findet man in Castiglione, ca. 12 km nördlich von Marina di Grossetto. Hier gibt es auch eine kostenlose Ver- und Entsorgungsstation. Dieser Platz ist aber mit Marina di Grossetto nicht zu vergleichen. Deshalb haben wir hier auch nicht übernachtet.

Da die Fähre dienstags morgens bereits um 8.00 Uhr ablegte und wir mindestens 1,5 Stunden vorher da sein mußten, fuhren wir montags mittags weiter nach
Populonia (ein paar Kilometer nördlich von Piombino). Hier besichtigten wir die etruskischen Ausgrabungen. Auf dem Stellplatz - mit Ver- und Entsorgung - übernachteten wir. An den Wochenenden ist der Platz gebührenpflichtig, während der Woche gebührenfrei. Außerdem waren wir nur 5 Minuten vom Strand entfernt.

Am Strand von PopuloniaAm nächsten Morgen gings mit der Fähre
Linea dei Golfi (Camping on Bord!) auf große Fahrt. Am Nachmittag gegen 16.00 Uhr legten wir an.
Wir hatten uns für unseren Sardinienurlaub den
Womo-Reiseführer “Mit dem Wohnmobil nach Sardinien” von Reinhard Schulz besorgt. Ohne diesen Reiseführer braucht man eigentlich gar nicht loszufahren. Hier werden die schönsten Orte der Insel sehr genau mit Anfahrtsweg beschrieben. Also machten wir uns auf zu unserem ersten Stellplatz. Wir hatten uns den Südseestrand Cala Brandinchi ausgesucht (von Olbia auf der SS 125 nach Süden. Bei km 296,5 links Richtung Coda Cavallo, 900 m später rechts). Dieser Strand hat den Namen Südseestrand wirklich verdient. Türkisblaues Wasser, schneeweißer Sand und herrlich flach verlaufend - ideal für Kinder.Hier genossen wir unser Grillen unter schattigen Bäumen am Abend.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden. Um unseren Frischwasservorrat brauchten wir uns übrigens während des gesamten Urlaubs keine Sorgen zu machen. Auf Sardinien findet man alle paar Kilometer einen
Brunnen mit Trinkwasser.
Die beste Quelle der Region befindet sich in Budditogliu. Genau 200 m hinter dem Ortsschild Budditogliu bei der ersten Abzweigung (mit einer Telefonbox) bei km 287,2 rechts ab, ca. 700 m bergan, unter der Autobahn hindurch - und schon ist man da (bestens anzufahren).

Stellplatz an der Posada-MündungWeiter Richtung Süden auf der SS 125 bei km 271,2 führt links ein Teersträßchen ab. An der Straße steht lediglich ein Schild, welches auf 4 oder 5 verschiedenen Sprachen vor Fluten warnt. Fährt man dieses Sträßchen hinein, kommt man zur wunderschönen
Posada-Mündung (Stellplatz). Hier verbrachten wir 3 Tage und Nächte. Wir standen allein mit noch 2 anderen deutschen Womos im Pinienwald - direkt am Sandstrand. Herrlich! Unsere Töchter hatten sofort Freundschaft mit den Kindern der anderen Womos geschlossen. Abends konnten wir zusammen mit den anderen Familien sogar ein kleines Lagerfeuer machen.
Eine Möglichkeit zum Einkaufen gibt es hier allerdings nicht. Es empfiehlt sich mit genügend Proviant und vollem Frischwassertank hierher zu fahren. Denn hier will man so schnell nicht wieder weg. Wenn unser Wassertank dennoch leer war, sind wir nach
Torpe gefahren. Hier gibt es mehrere Brunnen und auch einen Supermarkt.

Danach beschlossen wir, uns den
Berchida-Strand einmal anzusehen. Von Santa Lucia auf der SS 125 nach Süden bis km 242, dort links 4 km.
Aber Achtung! Diese 4 km bestehen nur aus Schlaglöchern. Ein sehr schwieriges Unterfangen!

Der Strand selbst ist wunderschön. Leider ist jedoch
kein Schatten auf den Stellplätzen vorhanden und durch das stehende Gewässer des Flußbettes des Rio Berchida, welches im Juni noch nicht ausgetrocknet war, hatten wir abends einige Moskito-Probleme.

Karstquelle Su CologneWeiter ging es zur
Karstquelle Su Cologone (Stellplatz). Hier befindet man sich in der herrlichen Bergwelt Sardiniens. Das Wasser dieser Quelle ist an verschiedenen Stellen 20 Meter tief! Es ist schon fast keine Quelle mehr sondern ein Fluß, der hier aus einer Felsklamm herausquillt - seine ultramarinblaue Tiefe schimmert wundervoll. Das Wasser ist mit 14°C doch eher kalt - eine ideale Erfrischung an heißen Tagen.
Übernachtet haben wir auf dem ruhigen
Karstquellenparkplatz (hier befindet sich auch ein Trinkwasserbrunnen).
Im Reiseführer Schulz waren 2 Höhlen im direkt an der Quelle liegenden
Lanaittu-Tal beschrieben. Vom Karstquellenparkplatz aus ca. 7,5km entfernt liegen die beiden Höhlen Su Bento und Sa Oche. Zuerst fahren wir vom Quellenparkplatz 200 m zurück, dann geht links eine 1500 m lange ziemlich steile Betonpiste ab. Diese läßt sich noch ganz gut befahren. Danach geht die Betonpiste in eine Schotterpiste über.  Laut Schulz sei die Strecke zu den Höhlen für Womos kein Problem - wir haben irgendwann gedreht. Wie diese Strecke von einem Womo befahren werden soll war uns ein Rätsel. Es ging über Steine, Schlaglöcher, Felsen, hoch und runter, ein holtern und poltern ohnegleichen. An einer Stelle hatten wir beim Rückweg (auf dem Hinweg gings bergab) Probleme, daß wir die Steigung auf Sand und Schotter wieder hinaufkamen. Unser Motor kochte fast und die Kupplung fing schon an zu stinken.
Nachdem wir aber dann noch wieder heil unten angekommen waren, beschlossen wir durch die wunderschöne Berglandschaft zurück zur Küste zu fahren. Zuerst fuhren wir den
Stellplatz Girasole an. Im Reiseführer Schulz ist die Anfahrt als etwas schwierig beschrieben, da man über eine Brücke fahren muß, die links und rechts ein Geländer hat und für Womos dadurch ein Problem darstellt. Dieses Problem existiert nicht mehr, da das Geländer auf der einen Seite komplett entfernt wurde (Stand 2002). Der Strand hier ist super. Unheimlich lang, weißer Sand und fast leer. Leider aber ist hier kein Schatten. Unser Womo haben wir auf dem Stellplatz abgestellt, dessen Untergrund aber sehr sandig ist. Zwischen dem Stellplatz und dem Strand ist ein hoher mit Pinien bewachsender Wall. Auf diesem kann man sich schön in den Schatten legen.

Nach einer Abkühlung im Meer machen wir uns wieder auf den Weg. Uns war der
Stellplatz La Spiaggetta empfohlen worden. Dieser ist in der Tat traumhaft schön - aber leider nur für Fahrzeuge bis 2 m Höhe. Man kann sich hier mit dem Womo aber an die Straße stellen, um zu Fuß den herrlichen Strand mit dem blau und grün schimmernden Meerwasser zu besuchen. Da es auf den Abend zuging, wir aber nicht hier an der Straße übernachten wollten, suchten wir uns ein paar km entfernt in Perde Pera einen Übernachtungsplatz  - direkt am Strand. Es war sogar eine kleine Strandbar vorhanden, wo wir uns noch stärken konnten.

Picknick am Strand von Porto CoralloAm nächsten Tag ging es weiter Richtung Süden bis nach
Porto Corallo (Stellplatz). Hier verbrachten wir die nächste Nacht. Man kann sich hier auf einen großen Parkplatz stellen oder in eine der vielen kleinen Buchten direkt am Strand. Wenn man Glück hat, hat man hier eine ganze Bucht für sich allein. Wir haben uns an dem Weg in einen Pinienwald gestellt. Direkt daneben ist ein Campingplatz (war im Juni noch nicht geöffnet). In dem Pinienwald drin standen 5 große Tische und Bänke, die wir für unsere Mahlzeiten als ideal empfanden.
Auf der anderen Seite der Straße befindet sich ein Turm, der besichtigt werden kann (war im Juni leider verschlossen).

Wir genossen noch einen herrlichen Tag in “unserer eigenen Bucht”. Nach einem ausgedehnten Frühstück machten wir uns dann am nächsten Tag auf, um die Insel von Osten nach Westen zu durchqueren.

Wir hatten von der
Grotte San Giovanni gehört, die man - bis 1999/2000 - mit dem Auto bzw. Womo durchfahren konnte. Es handelt sich hier um eine 1 km lange Tropfsteinhöhle. Die Höhle ist ab Domusnovas beschildert und einfach zu finden. Wir lassen unser Womo vor der Höhle stehen und begeben uns zu Fuß auf Erkundungsgang. Unsere beiden Kinder hatten einen Riesenspaß, gingen sie doch mit Taschenlampen ausgerüstet auf Gespensterjagd. Wir fragten uns allerdings, wie lange es wohl gedauert haben muß, bis ein Womo - ohne größere Schäden - durch diese Höhle gefahren ist.

Tempel von AntasNach der Besichtigung der Höhle machten wir uns weiter zum
Tempel von Antas (Stellplatz, aber sehr einsam!). Auf den Trümmern eines Punischen Tempels, der etwa 600 v. Chr. entstand, bauten die Römer 300 v. Chr. einen Tempel im klassischen Stil )ein typisches Beispiel sind die ionischen Kapitelle der Säulen). Der religiöse Hintergrund blieb jedoch punisch: Die beiden Badewannen, die unmittelbar vor dem Allerheiligsten am Ende des Tempels in den Boden eingelassen sind. Diese Reinigung ist eine punische Sitte ebenso wie die Ausrichtung des Tempels nach Nordwesten - ein römischer ist stets nach Osten ausgerichtet. Der Anblick des Tempels läßt vermuten, man befinde sich im alten Griechenland.
Der Tempel ist von der SS 126  Iglesias - Fluminimaggiore aus anfahrbar. Die im Reiseführer Schulz angegebene Alternativstrecke durch die San Giovanni Grotte ist durch die Sperrung der Grotte nicht mehr aktuell.
Nach dieser Besichtigung geht es weiter durch die Bergwelt zurück an die Küste.

Wir haben uns als nächstes Übernachtungsziel
Buggeru ausgesucht. Hier gibt es gleich zwei -gebührenpflichtige- Stellplätze. Der eine ist am Jachthafen, er besitzt eine Ver- und Entsorgungsstelle sowie Stromsäulen. Der zweite Platz ist am anderen Ende von Buggeru terrassenförmig angelegt. Schatten ist hier keiner. Aber der Strand ist -gerade für Kinder- wunderschön. Hier läuft ein kleiner Bach durch den Sandstrand ins Meer. Genau richtig für unsere beiden Wasserratten.
Wir übernachten eine Nacht auf jedem der beiden Plätze. Der Sonnenuntergang hier ist einfach traumhaft.

Danach gehts weiter Richtung Norden zu den
heißen Quellen von Fordongianus. Aus diesen römischen Thermen quillt heißes Wasser, welches selbst bei seinem Auslauf in den Fluß Tirso noch eine Temperatur von 50° C hat. Nach einem ausgedehnten Bad im Tirso gehts weiter nach Putzu Idu (Stellplatz). Hier wird direkt am Strand übernachtet.

Wasserfall in der Molinus-SchluchtFür den nächsten Tag haben wir uns die
Molinos-Schlucht vorgenommen. Von dem im Reiseführer Schulz beschriebenen Ort San Leonardo de Siente Fuentes waren wir enttäuscht, jedoch der Wasserfall und das Badebecken in der Schlucht stimmten uns um. Wir stellten unser Womo in einer Ausbuchtung der Straße bei km 26,1 ab und machten uns auf den Weg. Es ist ein treppenstufenartiger Abstieg, der aber leicht zu bewältigen ist. Unten angekommen steht man direkt vor dem Wasserfall. Man kann dann noch weiter mit dem Flüßchen mitwandern zu einer Mühle - leider hatten wir unsere Badeschuhe im Womo gelassen.

Wir überlegten uns nun, wie bzw. wo wir die uns noch verbleibenden 3 Tage auf der Insel verbringen könnten. Wir entschieden uns wieder zurück in den Osten der Insel zu fahren. Hier führen wir wieder an die eingangs erwähnte Posada-Mündung und verbrachten weitere zwei Nächte dort.

Nach insgesamt 15 Tagen auf der Insel hieß es nun Abschied nehmen. Vor uns lag noch ein ganzer Tag Fährüberfahrt. Den Kindern machte es Spaß, wir trauerten etwas, sagten uns aber:

Nächstes Jahr kommen wir wieder !

Sardinien war traumhaft schön.
Wenn man mit dem Womo unterwegs ist, muß man sich jedoch
vor sandigen Straßen und Wegen in acht nehmen. Wenn man auch nur kurz nicht aufpßt, steckt das Womo fest. Das wissen wir aus eigener Erfahrung! Dann hilft nur noch ein Traktor o.ä.!

Wir haben vor, im nächsten Jahr Sardinien wieder zu besuchen. Dann werden wir uns den Norden und den Nordwesten ansehen.

Wenn Ihnen unser Reisebericht gefallen hat und Sie evtl. Fragen haben oder weitere Anregungen möchten, mailen Sie uns bitte unter
info@federau.de. Wir sind gerne bereit, Ihnen Auskunft zu geben. Wenn Sie schon auf Sardinien waren und weitere Tipps für Stellplätze o.ä. haben, würden wir uns freuen, wenn Sie uns diese per E-Mail näher beschreiben würden.



TIPPS:

  • Vor Reiseantritt Reiseführer besorgen:
    “Mit dem Wohnmobil nach Sardinien” von Reinhard Schulz und Waltraud Roth-Schulz, zu beziehen über den Womo-Verlag oder wohl zum günstigsten Preis im Internet bei uns.
     
  • Wenn Sie Mitglied im ADAC sind, fordern Sie sich kostenlos Kartenmaterial über Sardinien und Italien an!
     
  • Unbedingt einen Klapp-Spaten mitnehmen!
    Auf Sardinien ist es schwieriger die Toilette zu entsorgen als anderswo. Man fährt entweder auf Campingplätze - aber auch hier ist man nicht sicher, ob die Toilette in einer ordentlichen Kläranlage landet. Der Reiseführer Schulz schlägt vor, in unbewohntes und landwirtschaftlich ungenutztes Gebiet - davon gibt es auf Sardinien genug - zu fahren und mit dem Spaten ein Loch zu graben.